Die Kirche St. Amandus
Die Krippe von St. Amandus
Im Krieg wurde die alte Krippe zerstört. Sie bestand aus ca. 40 cm großen Gipsfiguren. Übrig geblieben waren ein Teil der Kulisse, die die Stadtmauern von Jerusalem darstellten und der Nick-Engel, der heute noch in der Krippe steht und dankbar nickt, wenn man ihm ein Geldstück einwirft. Die Kulisse wurde zum Stall umgebaut; die Krippenfiguren lieh man sich aus Niehl aus. Anfang der 50er Jahre erstand Herr Dechant Beckers die hl. Familie mit Engel, König, einem Hirten und Schafen von der Künstlerin Lita Mertens, die auch die Figuren der Krippe in St. Aposteln erschuf.
Von 1960 an wurde unter Pfarrer Johannes Schäfers und später unter Pfarrer Höhner die Krippe erweitert. Sie wurde immer prächtiger – Pfarrer Höhner brachte Stoffe aus Jerusalem mit, aus denen zunächst Frau Dreschers und später Frau Koppe die Gewänder nähten. Einer der Könige trägt ein rotes Gewand, auf dem Motive von Bauchtänzerinnen! sind. Die Steine rund um die Krippe sind besondere Steine, sie stammen alle aus dem Heiligen Land. Die Mütze, die der Hirtenjunge trägt, hat Frau Dreschers in der Wüste im Heiligen Land gefunden.
Das Aufstellen der Krippe ist immer Männersache. Bis Frau Koppe Küsterin wurde, hat dies Pfarrer Höhner selbst gemacht. Das Einkleiden der Figuren ist Frauensache. Familie Koppe und Herr Scholz bauen die Krippe nun gemeinsam auf – was immerhin etwa 20 Stunden in Anspruch nimmt – aber jedes Mal wieder sehr viel Freude macht.
Informationen zum Kirchbau
Die kleine romanische Kirche St. Amandus, direkt am Rheinufer gelegen, erinnert an den "Apostel der Belgier". Der Hl. Amandus war im 7. Jh. als Missionar in Belgien tätig und gründete dort u.a. das Kloster Elno.
Dieses Kloster besaß wohl schon sehr früh Grundbesitz am Rhein, eine Urkunde von 899 bestätigt vermutlich Besitz in der Gegend von Rheinkassel. Daten für die erste Kirche an dieser Stelle sind nicht überliefert, von 1156 bis 1803 unterstand die kleine Kirche nachweislich jedoch dem Kollegiatsstift von St. Gereon in Köln, das bis zur Säkularisation 1803 die Pfarrer stellte.
Einzelne Bauteile der heutigen Kirche stammen noch von der Saalkirche des 11. Jahrhunderts. Dieser einfache Bau erhielt um 1200 den heute noch erhaltenen, aber im 17. Jh. um ein Geschoss reduzierten mächtigen Westturm.
Etwa 1220 setzte eine umfangreiche Erweiterung und Modernisierung ein, die die kleine Kirche mit prächtigem Bauschmuck auszeichnete, der weit über das ansonsten bei den Kölner Landkirchen übliche Maß hinausging.
Die Chorfassade mit den zwei Türmen erinnert stark an St. Gereon, die Rundbogenfriese geben dem Außenbau einen prachtvoll festlichen Anstrich. Die heutige Farbfassung in weiß und rosa rekonstruiert die ursprüngliche mittelalterliche Farbigkeit, bestimmt aufgrund von gefundenen Farbresten. Auch die heute steinsichtigen großen romanischen Kirchen Kölns waren ursprünglich farblich ähnlich gestaltet, was man in St. Maria Lyskirchen wieder erleben kann.
Dank der jüngsten Restaurierungen gibt auch der Innenraum heute einen gewissen Eindruck der spätromanischen Kleinkirche wieder, ursprünglich waren jedoch auch die Wände teilweise bemalt, davon sind aber keine Reste erhalten. Teile der neugotischen Ausstattung wie die Kanzel und die Kreuzigungsgruppe passen sich dem Raum harmonisch ein.
Die thronende Madonna mit Kind (um 1300) und verschiedene Heiligenfiguren des 17. Jh. vervollständigen die Ausstattung. Die 1997 erworbene St. Jakobus-Plastik von Toni Zenz erinnert an die mittelalterliche Pilgerstation des Düsseldorfer St.-Jakobus-Weges. Drei Chorfenster (1987 von Dieter Hartmann) symbolisieren die Dreifaltigkeit.












