Die Kirche St. Johann Baptist
Die Krippe von St. Johann Baptist
Seit rund 35 Jahren erzählt eine beschauliche Krippe in St. Johann Baptist, deren Gestaltung sich über die Jahre liebevoll weiterentwickelt hat, von der Weihnachtsgeschichte
Den Grundstein unserer Krippe legten Jesus, Maria und Josef auf damals noch etwas beengten Raum, links vor dem Altarraum, wo der heutige Ambo steht. Doch die Krippe wuchs über Jahre, so dass Pastor Kruse ihr mehr Platz und eine umfassendere Gestaltung zugute kommen lassen wollte.
Bis zum Jahre 1960 bestand die Krippendarstellung aus kleinen Gipsfiguren, die vor dem linken Seitenaltar aufgestellt wurden. Im Jahre 1961 erwarb die Gemeinde bei der Künstlerin Lita Mertens in Köln-Rath eine Figurengruppe bestehend aus Maria, Josef, Jesuskind, Verkündigungsengel und Hirten.
Die Figuren sind ca. 90 cm hoch, aus Holz geschnitzt und beweglich. Diese Figuren wurden bis zum Jahre 1974 ohne Stall aufgestellt. Als Hintergrund nutzte man Tücher und Naturmaterialien.
Im Jahre 1974 übernahm Herr Paul Trösser die Planung und Ausführung des Krippenbaus nach einem Konzept von Herrn Bruno Hellenbroich. Der Charakter des Stalls, der seitdem in dem Bereich vor dem Tabernakel aufgestellt wird, orientiert sich an dem ländlich geprägten Ortsbild von Roggendorf-Thenhoven in noch nicht all zu lange vergangenen Zeiten. Eine Besonderheit ist das bunte, beleuchtete Glaskreuz an der Rückwand des Stalls
Das Kreuz an der Krippe soll ein Hinweis auf den Opfertod Christi sein und ist ein schon in der Kunst des Mittelalters häufig zu sehendes Symbol.
Im Jahre 1980 schuf Herr Karl Heinrichs in Zusammenarbeit mit Frau Gertrud Nawroth drei zu den vorhandenen Figuren passende Darstellungen der Weisen aus dem Morgenland.
Diese Figuren wurden im Jahre 2003 durch einen Neukauf bei der Fa. Slabbink in Eschweiler ersetzt.2009 erhielt die Hirtenfamilie „Zuwachs“ in Form von 2 Schafen aus dem Wallfahrtsort Kevelaer.
Mit Entwurf und Bau eines Krippenstalls durch die Herren Trösser und Hellenbroich wurde Raum geschaffen. Nachdem der Stall errichtet war und die Krippe rechts vor dem Altarraum und Tabernakel ihren eigen Platz fand, kamen die Heiligen Drei Könige, gestaltet durch Karl Heinrichs und eingekleidet von Gertrud Nawrot, hinzu. Ebenso fügten sich mit der Zeit ein Engel, Magd und Hirte in das Krippenbild ein.
In fünf Bildern schildert diese Krippe das weihnachtliche Geschehen: Verkündigung, Herbergssuche, Jesu Geburt, Anbetung durch die Heiligen Drei Könige sowie Flucht nach Ägypten. Stimmungsvoll und möglichst naturgetreu dekorieren alte Wurzeln, Stämme, Heu & Stroh sowie Moos aus der näheren Umgebung den Stall. Schaut man genauer hin, so wird man eine Eule, Tauben und auch kleine Eidechsen entdecken. Eine Besonderheit stellt das Kreuz-Fenster des Stalls dar: Es gibt Hinweis auf Christi Leiden und Auferstehen. Die drei Punkte symbolisieren die Dreifaltigkeit. Zur Vertiefung hat das Krippenteam eine berührende Krippenmeditation geschrieben.
Seit einigen Jahren ist diese wunderschöne Krippe fester Bestandteil der Kölner Krippenführung des Katholischen Bildungswerks. Die Kirche ist täglich von 09.00 – 18.00 Uhr geöffnet.
Informationen zum Kirchbau
Die Bewohner der Dörfer Roggendorf und Thenhoven wünschten sich um 1864 endlich eine eigene Kirche, damit sie nicht immer zum Gottesdienst nach Worringen laufen mussten.
Sie beauftragten den Baumeister Heinrich Nagelschmidt mit der Errichtung einer einfachen Saalkirche in neuromanischen Formen. Als diese 1866 vollendet war, waren die pfarrrechtlichen Verhältnisse über längere Zeit nicht geklärt, und es durften zunächst keine Gottesdienste an den Hochfesten gefeiert werden. Dies änderte sich erst ab 1875.
Das neue Selbstverständnis der jungen Gemeinde wurde 1892 durch den Anbau des großen Vierkantturmes ausgedrückt. Im Inneren finden sich nur noch wenige Ausstattungsstücke der Erbauungszeit, dazu gehören der Taufstein und die Beichtstühle. Die Verglasung der großen Rundbogenfenster wurde bis 1955 hergestellt.
Sie zeigt in den unteren figürlichen Darstellungen umlaufend die Heilsgeschichte und wichtige kirchliche Feste, angefangen rechts unter der Orgelempore mit der Verkündigung und der Geburt. Die darüber liegenden, ornamental gestalteten Flächen illustrieren die sieben Sakramente, wobei das achte Fenster den Aspekt von Musik und Beten thematisiert.
Das Fenster im Vorraum stammt von Dieter Hartmann, der auch die Verglasung der sechs-passförmigen Chorfenster unter Verwendung von kleinen Resten neugotischer Fenster aus England gestaltet hat. Anfang der 1970er Jahr wurde der Altarraum modernisiert und den Erfordernissen der erneuerten Liturgie angepasst. Der Altar entstand in Maria Laach (1970), das Altarkreuz entwarf Hubert Gülden (1971), der Tabernakel aus Bronze und Elfenbein stammt von Karl Matthäus Winter (1960). Bereits 1954 hatte der Abt des Klosters Mariawald der Kirche die schöne neu-gotische Pietà geschenkt. Das besondere Prachtstück der Kirche ist jedoch die neue Orgel, die 1991 mit 18 Registern von der dänischen Firma Marcussen gebaut wurde.
Der wiederverwandte barocke Prospekt wurde vermutlich 1710 von dem Ratinger Orgelbauer Peter Weidtmann für die Kirche St. Urbanus in Gelsenkirchen-Buer gefertigt, 1877 wurde diese Orgel nach Thenhoven verkauft.












